75 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki

Verbietet endlich diese menschenfeindlichen Waffen!

Der 75. Jahrestag der Verbrechen von Hiroshima und Nagasaki sollte wieder einmal zum Anlass genommen werden, den Zynismus und die Doppelmoral der mächtigen Staaten dieser Welt anzuprangern. Atombomben sind Ausdruck einer perversen und menschenverachtenden Logik und es ist nicht länger hinzunehmen, dass die Welt dies weiter duldet. Im heurigen Jahr jährt sich auch der sogenannte Atomwaffensperrvertrag (NPT) zum 50. Male, welcher angeblich die Weitergabe von Atomwaffen über die fünf Nuklearmächte (USA, UdSSR, Frankreich, Großbritannien und China) hinaus verhindern und auch eine vollständige atomare Abrüstung ermöglichen sollte. Inzwischen gibt es mit Israel, Indien Pakistan und Nord-Korea fünf weitere Atommächte. Dass diese Staaten entweder mit aktiver Beteiligung der Fünf, zumindest aber mit still und heimlicher Komplizenschaft einiger derselben in den Besitz dieser schrecklichen Waffen gekommen sind, ist nicht zu leugnen und stellt den besonderen Zynismus der fünf Großmächte dar. Dass diese als permanente Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen de facto auch jegliche Veränderung einer Situation, welche von der überwiegenden Mehrheit der Staaten dieser Welt verurteilt wird, verhindern können, ist auf die Dauer absolut inakzeptabel.

Die beiden heurigen Gedenktage sollten daher verstärkt dazu genutzt werden, eine weltweite Kampagne zur neuerlichen Verurteilung jeglicher Art von Atomwaffen sowie zur endgültigen Abschaffung dieser menschenfeindlichen Massenvernichtungswaffen in Angriff zu nehmen. Das ist das Mindeste, was wir den Opfern von Hiroshima und Nagasaki schuldig sind.

Fritz Edlinger
Generalsekretär der „Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“ und Herausgeber der Zeitschrift INTERNATIONAL

Veröffentlicht in Ausgabe III/2020